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Kommunikationsstrategie

Wie kommuniziere ich richtig?

Wir zeigen Ihnen in diesem Kapitel eine exemplarische Kommunikationsstrategie, welche Medien und Kanäle Sie als Ausbildungsbetrieb nutzen können, um lokal an Ihrem Standort Schüler:innen auf ihre Ausbildungsplätze aufmerksam zu machen.

Ausgangslage:

Ein Autohaus mit Kfz-Werkstatt und 20 Mitarbeitenden sucht zwei Auszubildene. Einen Kfz-Mechatroniker (m/w/d) und einen Automobilkaufmann (m/w/d).

Vorteile des Betriebes:

Als Kfz-Betrieb mit 20 Mitarbeitenden sind die generellen Vorteile:
  • Nähe
  • Persönlichkeit
  • Authentizität
Diese Aspekte müssen in der Kommunikation genutzt werden.
Autohaus von außen

Kommunikationsstrategie

Exemplarische Kommunikationsstrategie, um mit einfachen Mitteln in einem lokalen Einzugsgebiet (z. B. im Umkreis von 10 – 15 km) zwei Ausbildungsplätze zu besetzen:
1. Lokal sichtbar sein – offline & persönlich

Maßnahmen:

  • Plakat & Aushang an der Werkstatt:
    Großes, auffälliges Plakat „Azubi gesucht!“ – mit Bild vom Team oder Chef + QR-Code zur Webseite oder Telefonnummer.
    Tipp: Auch am Eingang, Schaufenster, Wartebereich aufhängen.
  • Aushänge & Flyer bei:
    • Schulen (v.  a. Haupt- und Realschulen, Berufskollegs)
    • Supermärkten, Bäckereien, Tankstellen, Dönerbuden etc.
    • Sportvereinen oder Jugendtreffs
  • Azubi-Sticker auf Kundenfahrzeugen
    („Wir bilden aus – Kfz-Mechatroniker & Automobilkaufleute gesucht!“)

Warum:

Sie nutzen bestehende lokale Reichweite – viele Eltern und Jugendliche sehen das täglich.

2. Schnuppertage und persönlicher Kontakt

Maßnahmen:

  • Teilnahme an überregional bekannten Aktionen zum schnuppern
    • Nacht der Ausbildung / Nacht der Betriebe
    • Girls’ Day / Boys’ Day
    • Tag des Handwerks
  • Eigene Miniaktion initiieren, wie
    • Azubi-Samstag bei Ihnen im Betrieb
      (z. B. mit Probeschrauben, Werkstattführung, Pizza & Limo)
    • „Bring deinen Kumpel mit“-Tag für aktuelle Azubis oder Praktikanten

Warum:

Jugendliche wählen oft Betriebe, in denen sie schon mal waren. Praktika sind der Türöffner!

3. Social Media – einfach & authentisch

Maßnahmen:

  • Instagram- oder Facebook-Seite (falls vorhanden):
    • 3 – 4 einfache Posts im Monat:
      z. B. „Unser Azubi Jonas zeigt, wie man Reifen wechselt“ oder „Warum Sven gern bei uns lernt“
    • Vorstellung der zwei offenen Azubi-Stellen mit Foto vom Team:
      „Wir suchen dich! Werde Teil unserer Werkstatt-Familie.“
  • Post teilen lassen von Mitarbeitenden, Familie, Stammkunden

Warum:

Sie brauchen keine Reichweite wie beispielsweise Siemens – Sie müssen nur im Ort und bei den richtigen Jugendlichen gesehen werden. Authentizität statt Hochglanz!

4. Netzwerke & Empfehlungen nutzen

Maßnahmen:

  • Alle Kunden beim nächsten Besuch ansprechen
    „Kennen Sie jemanden, der eine Ausbildung sucht?“ Der Flyer kann von den Kunden mitgenommen werden.

  • Mitarbeiter motivieren, im Bekanntenkreis zu fragen
    → kleine Prämie z. B. 100 € Tankgutschein bei erfolgreicher Empfehlung (Mitarbeitende werben Mitarbeitende)

  • Eltern als Zielgruppe: Viele Schüler:innen kennen Kfz-Berufe gar nicht – Eltern entscheiden mit!
    → Info-Flyer im Betrieb auslegen mit dem Titel:
    „Ihr Kind interessiert sich für Autos? Wir bilden aus!“

Warum:

Ein gutes Netzwerk aus Multiplikatoren ist Gold wert. So können Sie problemlos die eigene Reichweite ausbauen und Vertrauen schaffen.

5. Online-Präsenz aktualisieren

Maßnahmen:

  • Eintrag auf der eigenen Website, dass die Ausbildungsplätze vakant sind

  • Eintrag auf Plattformen wie:

Warum

Nutzen Sie andere Webangebote, um auf die eigene Webpräsenz aufmerksam zu machen. Und halten Sie die Stellenangebot immer aktuell.

Mit diesen Maßnahmen werben Sie auf unterschiedlichen Kanälen für Ihre Ausbildungsplätze. Ihre Investition ist dabei relativ überschaubar.
Für einen Flyer und einen Aushang liegen die Erstellungskosten bei ca. 150 Euro.

  • TIPP

Versuchen Sie herauszukriegen, über welchen Kanal die Auszubildenen auf Sie aufmerksam geworden sind. Diesen Kanal können Sie dann nächstes Jahr besonders pflegen. Und einen anderen Kanal, der eventuell gar nicht gesehen wurde, einstellen.


Best Practice

Wir zeigen, wie gute Ausbildung aussieht.

Das Autohaus Stiglmayr hat Social Media neu aufgestellt, Azubis als Botschafter etabliert und Azubi-Scouts auf Messen geschickt. Praktikanten bekommen feste Paten. Ergebnis: mehr Ausbildungsverträge und ein starkes Arbeitgeberimage.